Atito Lorenz Witt — Erinnerung an einen Pionier

Diese Domain hatte vor uns einen anderen Eigentümer. Sie gehörte einem Architekten, der Feng Shui in Deutschland unterrichtete, als das Thema hierzulande noch kaum jemand ernst nahm.

Wer heute fengshui.de aufruft, landet auf einer Ratgeberseite über Raumwirkung. Davor, über viele Jahre, führte dieselbe Adresse zu einem Seminarbetrieb in Freiburg im Breisgau: QI-LIFE Seminare von Atito Lorenz Witt, Architekt.

Wir haben die Domain übernommen. Die Arbeit, die unter dieser Adresse stattgefunden hat, sollte damit nicht verschwinden — zumal ein Teil davon gemeinsam mit Vital-Office entstanden ist.

Was er getan hat

Atito Lorenz Witt hat Feng Shui nicht als Wohnratgeber betrieben, sondern als Planungsthema für Fachleute. Sein Hauptformat war ein mehrteiliges Feng Shui Architekten-Seminar — gerichtet an Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten und Planer, mit Grundrissanalysen, Zeichenaufgaben und Korrekturvorschlägen. Daneben gab es ein Basis-Seminar mit eigenem Begleitheft.

Das war zu seiner Zeit ungewöhnlich. Feng Shui erreichte den deutschsprachigen Raum in den 1990er Jahren überwiegend über Lebenshilfe-Literatur. Der Gedanke, es als Werkzeug in die Hände von Planern zu legen — mit Grundriss, Maßstab und Schnitt — war die Ausnahme.

Er ist dabei nicht bei der Theorie geblieben. Zwischen 2005 und 2009 entstand eine Reihe gemeinsamer Projekte mit Vital-Office — er machte die Bestandsaufnahme und den Entwurf, Vital-Office die Möbel, Tresen und Trennwandelemente. Dazu gehörten Bürobereiche mittelständischer Betriebe, eine Druckerei und ein Handwerksunternehmen.

Zwei davon sind so vollständig dokumentiert, dass sie sich hier nachvollziehen lassen: das Personalrestaurant eines Klinikums, begonnen 2005 und ab 2008 tatsächlich gebaut, und ein Bürogeschoss im Neubau eines Maschinenbauunternehmens von 2007.

Die Namen der Auftraggeber nennen wir nicht — es waren Aufträge, keine Werbeflächen.

Warum diese Seiten trotzdem anders sind

Hier gehört Offenheit dazu, sonst wäre die Würdigung unehrlich.

Atito Lorenz Witt lehrte klassisches Feng Shui. Dazu gehörten Himmelsrichtungen und Trigramme, das Bagua mit seinen acht Lebensbereichen, das persönliche Element aus dem Geburtsjahr, geopathische Störzonen und die Prüfung von Raumqualitäten mit Pendel und Rute. Das war der Stand und die Praxis der Schule, in der er stand.

Diese Website vertritt diesen Teil nicht. Sie behandelt Feng Shui als Raumpsychologie und lässt alles weg, wofür sich kein nachvollziehbarer Wirkmechanismus benennen lässt — die Gründe stehen ausführlich auf Was Feng Shui nicht ist.

Das ist kein Urteil über seine Arbeit. Es ist eine andere Entscheidung, zwanzig Jahre später getroffen, mit einem anderen Zweck. Wer heute anders gewichtet, sollte das sagen, statt eine Übereinstimmung zu behaupten, die es nicht gibt.

Was bleibt

Und es bleibt eine Menge. Wenn man seine Seminarunterlagen liest und die Deutungsebene beiseitelässt, steht darunter ein sehr genauer Blick auf Räume:

  • Rückendeckung und Blickkontrolle als erste Frage bei jedem Sitzplatz — am Schreibtisch, am Esstisch, im Wohnraum. Er hat das mit Schildkröte und Vogelschädel illustriert, wo wir heute von Wahrnehmung sprechen. Gemeint ist dasselbe.
  • Wegeführung und freie Bewegung durch den Raum, statt Ausweichen an Ecken und Möbeln.
  • Formensprache: was abgerundete Kanten und was gerade Linien mit Menschen machen.
  • Der Wechsel von offenen und intimen Bereichen — bei ihm Yin und Yang, bei uns Zonierung.
  • Ordnung als Ausgangspunkt, nicht als Nachgedanke.

Diese Punkte finden sich auf dieser Website wieder, in eigener Sprache und mit eigener Begründung. Insofern hat die Domain ihr Thema behalten.

Zu den Quellen

Die folgenden Seiten stützen sich auf Seminarunterlagen und Projektakten aus seinem Betrieb, die bei Vital-Office aus der gemeinsamen Arbeit vorliegen. Abbildungen daraus werden hier nicht gezeigt: Sie enthalten zum großen Teil Material Dritter und Kundenprojekte, für die keine Veröffentlichungsrechte bestehen.

Seiten in diesem Bereich

  • Das Architekten-Seminar

    Was er Architekten über Raumwirkung beibrachte — und welcher Teil davon bis heute trägt.

  • Ein Personalrestaurant

    Projekt ab 2005: Bestandsaufnahme eines harten Betonsaals, die Maßnahmen dagegen — und was davon gebaut wurde.

  • Ein Großraumbüro

    Projekt 2007: Wie ein sehr langes offenes Bürogeschoss über Farbe, ein Zentrum und Pflanzen gegliedert wurde.